Traditionelles persisches Kuku Sabzi mit frischen Kräutern, goldbrauner Kruste und tiefgrünem Inneren, serviert mit Walnüssen, Radieschen und Fladenbrot.

Kuku Sabzi Rezept – die persische Kräuter-Frittata

auf Oct 11, 2026

Kuku Sabzi (کوکو سبزی) ist die persische Kräuter-Frittata: ein Kuchen aus sehr vielen Kräutern und nur so viel Ei, dass alles zusammenhält. Richtig gemacht ist der Anschnitt tiefgrün, fast schwarzgrün – nicht gelb mit grünen Flecken. Daran erkennt man, ob das Verhältnis stimmt.

Gegessen wird Kuku Sabzi warm oder kalt, als Vorspeise, als Hauptgericht mit Fladenbrot oder in Scheiben als Picknick-Essen. Zu Nowruz gehört er auf den Tisch, weil Grün für Neuanfang steht – genauso wie der Dillreis mit Fisch am Neujahrstag.

Kuku Sabzi, Ghormeh Sabzi und die anderen Kukus

Drei Verwechslungen passieren regelmäßig:

  • Kuku Sabzi vs. Ghormeh Sabzi. Beide benutzen dieselbe Kräutermischung, sonst nichts. Kuku ist eine gebackene Eierspeise ohne Fleisch, Ghormeh Sabzi ein stundenlang geschmorter Eintopf mit Lammfleisch und Kidneybohnen.
  • Kuku vs. Omelett oder Tortilla. In einem Omelett ist Ei die Hauptsache. Im Kuku ist Ei das Bindemittel – pro Portion stecken rund 75 g Kräuter darin. Deshalb schmeckt Kuku kalt genauso gut, was bei einem Omelett nicht gilt.
  • Kuku Sabzi vs. andere Kukus. Kuku ist die Gattung, Sabzi nur eine Sorte. Es gibt auch Kuku Sibzamini (Kartoffel), Kuku Bademjan (Aubergine) und Kuku Kadoo (Zucchini). Fragt jemand nach „Kuku“ ohne Zusatz, ist in Iran meistens Sabzi gemeint.

Die Kräutermischung selbst heißt Sabzi Kuku und unterscheidet sich von der Ghormeh-Sabzi-Mischung: mehr Schnittlauch und Koriander, kein Bockshornklee. Beide gibt es fertig gemischt in der Kollektion persische Kräutermischungen.

Zutaten für eine Pfanne mit 24 cm (4 Portionen)

Kräuter – frisch oder getrocknet:

  • 300 g frische Kräuter, geputzt gewogen: 120 g Petersilie, 90 g Koriander, 60 g Tareh (persischer Schnittlauch, ersatzweise Schnittlauch oder Frühlingszwiebelgrün), 30 g Dill
  • oder 60 g getrocknete Sabzi-Kuku-Mischung

Dazu:

  • 6 Eier, Größe M
  • 1 gestrichener TL Backpulver oder 1 EL Mehl
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1 1/2 TL Salz, 1/2 TL schwarzer Pfeffer
  • 1/4 TL Zimt (typisch für Tabriz, weglassbar)
  • 3 EL Walnusskerne, grob gehackt
  • 1 EL Berberitzen (Zereshk), verlesen und kurz gewaschen
  • 5 EL neutrales Öl zum Braten

Kurkuma, Zimt und Pfeffer stehen in den Gewürzen, Walnüsse und die säuerlichen roten Beeren unter Berberitzen.

Zubereitung Schritt für Schritt

1. Kräuter vorbereiten. Frische Kräuter waschen, in der Salatschleuder trocknen und sehr fein hacken – Stücke von 2 bis 3 mm, keine Streifen. Getrocknete Mischung in 500 ml lauwarmem Wasser 15 Minuten einweichen, dann in ein Küchentuch geben und kräftig auswringen, bis kaum noch Wasser kommt.

2. Kräuter anbraten (der Schritt, den die meisten überspringen). 2 EL Öl in der Pfanne erhitzen, die Kräuter 5 bis 7 Minuten bei mittlerer Hitze unter Rühren braten, bis sie dunkler werden und nicht mehr nach Rasenschnitt riechen. Das zieht Restwasser heraus und verwandelt den grasigen Geschmack in etwas Nussiges. Anschließend abkühlen lassen.

3. Eimasse mischen. Eier mit Salz, Pfeffer, Kurkuma, Zimt und Backpulver verquirlen – nur 20 bis 30 Sekunden, nicht schaumig schlagen. Dann Kräuter, Walnüsse und Berberitzen unterheben. Die Masse soll dicht sein, nicht flüssig: Ein Löffel sollte fast darin stehen bleiben.

4. Pfanne vorbereiten. 3 EL Öl in einer 24-cm-Pfanne mit Deckel erhitzen, bis es sichtbar dünnflüssig wird – aber nicht raucht. Masse einfüllen und mit dem Löffelrücken glatt streichen.

5. Erste Seite backen. Deckel auflegen, Hitze auf die kleinste bis zweitkleinste Stufe stellen und 15 bis 18 Minuten backen. Nicht nachsehen, nicht rühren. Fertig ist die Seite, wenn die Oberfläche matt ist und sich der Rand mit einem Messer ablösen lässt.

6. Wenden. Entweder in vier Viertel schneiden und jedes einzeln wenden (sicher) oder einen flachen Teller auflegen, Pfanne umdrehen und den Kuku zurückgleiten lassen (ganz). Vorher 1 EL Öl in die heiße Pfanne geben.

7. Zweite Seite backen. Ohne Deckel 8 bis 10 Minuten bei kleiner Hitze. Danach auf Küchenpapier abtropfen lassen.

8. Prüfen. Ein Holzspieß in der Mitte muss trocken herauskommen. Der Anschnitt ist tiefgrün, nicht gelb – wenn er gelb ist, war zu viel Ei im Spiel.

Die häufigsten Fehler

Sechs Ursachen, in der Reihenfolge, in der sie auftreten:

  • Die Kräuter waren nass. Der häufigste Fehler. Feuchtigkeit kocht im Kuku zu Dampf, die Masse geht auf und fällt beim Wenden auseinander. Frische Kräuter müssen trocken sein, eingeweichte wirklich ausgewrungen.
  • Kräuter nicht vorgebraten. Roh eingerührt bleibt der Geschmack grasig und das Restwasser im Kuku. Die 5 bis 7 Minuten in der Pfanne sind der Unterschied zwischen „grün“ und „Kuku“.
  • Hitze zu hoch. Außen dunkelbraun, innen flüssig. Kuku braucht niedrige Hitze und Deckel; 15 Minuten sind normal, nicht zu lang.
  • Zu viel Ei. Acht oder zehn Eier auf dieselbe Kräutermenge ergeben eine Frittata. Bei 300 g Kräutern sind 6 Eier das Maximum, 5 gehen auch.
  • Zu früh gewendet. Wer nach 8 Minuten wendet, bekommt Rührei. Erst wenn der Rand sich löst, hält die Scheibe.
  • Zu wenig Öl. Kuku ist kein Diätgericht. Unter 3 EL in der Pfanne klebt er an und reißt.

Wer unsicher ist: einen Esslöffel der Masse als Probe-Küchlein braten. Hält es zusammen und tritt kein Wasser aus, hält auch der große Kuku.

Varianten

Im Ofen – für größere Mengen und ohne Wenderisiko: Masse in eine gefettete Auflaufform (ca. 20 × 25 cm) geben, bei 180 °C Ober-/Unterhitze 30 bis 35 Minuten backen. Für die letzten 5 Minuten die Temperatur auf 200 °C erhöhen, damit die Oberfläche Farbe bekommt.

In der Muffinform – 12 Mulden, gefettet, 180 °C, 20 bis 22 Minuten. Praktisch für Picknick und Lunchbox; genau so wird Kuku zu Sizdah Bedar transportiert.

Ohne Ei – 100 g Kichererbsenmehl mit 220 ml Wasser und 1 TL Backpulver zu einem glatten Teig verrühren und statt der Eier verwenden. Garzeit bleibt gleich, die Konsistenz wird etwas fester.

Tabriz-Art – mit doppelter Menge Walnüssen, Berberitzen und einem kräftigen 1/2 TL Zimt. Süßlich-säuerlich statt rein kräutrig.

Mit Safran – 1 Prise gemahlener Safran in 2 EL heißem Wasser aufgelöst und in die Eimasse gerührt. Mehr Aroma als Farbe, weil das Grün dominiert.

Was passt dazu?

Klassisch: Fladenbrot (Sangak oder Barbari), dazu Torshi und frische Kräuter. Ein Joghurt-Dip gleicht die Säure aus – das Rezept steht unter Mast-o-Khiar.

Als Hauptgericht mit persischem Reis und einem Löffel Joghurt. In Scheiben kalt im Fladenbrot ergibt Kuku Sabzi das persische Sandwich für unterwegs – es schmeckt am zweiten Tag sogar runder, weil die Kräuter durchziehen.

Häufige Fragen

Warum wird mein Kuku Sabzi innen nicht fest?

Fast immer wegen zu hoher Hitze: Die Oberfläche bräunt, bevor die Mitte durchgaren kann. Kleinste Stufe, Deckel auflegen und 15 bis 18 Minuten warten. Zweite Ursache ist zu viel Flüssigkeit in den Kräutern – frische trocken schleudern, eingeweichte auswringen.

Kann man Kuku Sabzi mit getrockneten Kräutern machen?

Ja, und im Winter ist das die praktischere Lösung. 60 g getrocknete Sabzi-Kuku-Mischung ersetzen 300 g frische Kräuter. 15 Minuten in lauwarmem Wasser einweichen, auswringen, dann wie frische Kräuter anbraten.

Welche Kräuter gehören in Kuku Sabzi?

Petersilie, Koriander, Tareh (persischer Schnittlauch) und Dill, etwa im Verhältnis 4 : 3 : 2 : 1. Manche Familien geben Bockshornkleeblätter dazu, das ist aber eher typisch für Ghormeh Sabzi und macht den Kuku bitter, wenn man es übertreibt.

Warum isst man Kuku Sabzi zu Nowruz?

Grün steht für Wachstum und den Neuanfang. Zu Nowruz kommen deshalb mehrere grüne Gerichte auf den Tisch – Kuku Sabzi zum Neujahrsessen, Sabzi Polo ba Mahi am Neujahrstag selbst, und zu Sizdah Bedar wandert der Kuku in Scheiben in den Picknickkorb.

Kann man Kuku Sabzi vorbereiten oder einfrieren?

Im Kühlschrank hält er luftdicht 3 bis 4 Tage und schmeckt kalt sehr gut. Einfrieren funktioniert in Scheiben bis zu 2 Monate; im Ofen bei 160 °C etwa 12 Minuten aufbacken, nicht in der Mikrowelle – die macht ihn gummiartig.

Pfanne oder Ofen – was ist besser?

Die Pfanne gibt die typische gebräunte Kruste auf beiden Seiten, der Ofen ist sicherer und einfacher für doppelte Mengen. Geschmacklich gewinnt die Pfanne, praktisch der Ofen.

Alle Zutaten für Kuku Sabzi – Sabzi-Mischung, Kurkuma, Walnüsse und Berberitzen – finden sich gebündelt in den persischen Rezept-Bündeln.