Khoresh Karafs – persischer Sellerie-Eintopf mit Minze, Petersilie und getrockneten Limetten

Khoresh Karafs – persischer Sellerie-Eintopf mit Minze und Limoo Amani

auf Oct 02, 2026

Khoresh Karafs ist der Eintopf, an dem man erkennt, ob jemand persisch kochen kann. Die Zutatenliste ist kurz – Sellerie, Minze, Petersilie, Fleisch, getrocknete Limetten – aber alle vier Dinge, die schiefgehen können, gehen bei Anfängern zuverlässig schief.

Richtig gemacht ist es ein klarer, säuerlicher Eintopf mit Selleriestücken, die noch Biss haben, und einer tiefgrünen Sauce, auf der sich etwas Öl absetzt. Falsch gemacht ist es ein graubrauner Brei.

Was Khoresh Karafs von Ghormeh Sabzi unterscheidet

Beide sind grüne persische Eintöpfe mit Kräutern und Limoo Amani, und beide werden oft verwechselt. Der Unterschied liegt im Verhältnis.

Bei Ghormeh Sabzi sind die Kräuter die Hauptsache – eine große Menge Bockshornklee, Petersilie und Schnittlauch, lange geschmort, dazu Kidneybohnen. Die Kräuter werden dunkel und das Gericht schmeckt erdig.

Bei Khoresh Karafs ist der Sellerie die Hauptsache. Die Kräuter – nur Minze und Petersilie, kein Bockshornklee – sind Würze, nicht Substanz. Das Gericht bleibt hell, frisch und deutlich säuerlicher. Es ist das leichtere der beiden.

Deshalb auch kein Bockshornklee: er würde die Minze erschlagen.

Zutaten für 4 Personen

Fleisch und Basis:

  • 600 g Lammschulter oder Rindergulasch, in 3 cm Würfel
  • 2 große Zwiebeln
  • 1 TL Kurkuma, 0,5 TL Zimt
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • 400 ml Wasser oder Brühe

Sellerie und Kräuter:

  • 700 g Staudensellerie (etwa 1 großer Bund)
  • 1 Bund Petersilie, etwa 80 g
  • 1 Bund frische Minze, etwa 40 g
  • 5 EL Pflanzenöl, 1 EL Butter

Die Säure:

  • 3 getrocknete Limetten (Limoo Amani)

Das Verhältnis Petersilie zu Minze ist etwa 2:1. Mehr Minze macht es schnell medizinisch, weniger und man schmeckt sie nicht.

Alles für dieses Gericht gibt es gebündelt im Khoresh Karafs Bündel. Einzeln: getrocknete Limetten, persische Kräutermischungen und Gewürze.

Wenn du keine frischen Kräuter bekommst: getrocknete Sabzi funktioniert. Rechne mit etwa einem Drittel der Menge und gib sie 10 Minuten früher dazu, damit sie quellen kann.

Zubereitung, Schritt für Schritt

1. Zwiebeln und Fleisch. Zwiebeln fein würfeln und in 2 EL Öl glasig dünsten. Kurkuma zugeben und 30 Sekunden mitrösten – Kurkuma braucht Fett und Hitze, roh schmeckt es staubig. Dann das Fleisch portionsweise scharf anbraten, salzen, pfeffern, Zimt dazu.

2. Schmoren. 400 ml Wasser angießen, aufkochen, dann zugedeckt bei kleiner Hitze 90 Minuten schmoren. Lamm braucht die Zeit; Rindergulasch kann 20 Minuten länger brauchen. Das Fleisch soll zerfallen, wenn man mit der Gabel dagegen drückt.

3. Sellerie anbraten – nicht mitkochen. Sellerie in 3 cm Stücke schneiden. In 2 EL Öl bei mittlerer Hitze 8 bis 10 Minuten braten, bis die Kanten goldgelb sind. Innen muss er noch fest sein. Beiseitestellen.

Das ist der Schritt, den die meisten überspringen. Er ist der wichtigste: das Anbraten versiegelt die Oberfläche, und nur deshalb überlebt der Sellerie das anschließende Köcheln als erkennbares Stück.

4. Na'na Ja'fari. Petersilie und Minze sehr fein hacken. In 1 EL Öl und 1 EL Butter nur 2 bis 3 Minuten anbraten, bis es intensiv duftet. Sobald es dunkel wird, ist die Minze bitter und nicht zu retten. Lieber zu kurz als zu lang.

5. Limetten einstechen. Die getrockneten Limetten mit einer Gabel mehrfach durchstechen oder leicht andrücken, bis die Schale aufreißt. Ganz und unverletzt geben sie kaum Säure ab.

6. Zusammenführen. Sellerie, Kräuter und Limetten zum Fleisch geben. 30 bis 40 Minuten offen bei kleiner Hitze köcheln, bis die Sauce eingedickt ist. Fertig ist der Eintopf, wenn sich an der Oberfläche eine dünne Ölschicht absetzt – das nennt man rowghan andākhtan und ist das Signal, dass er genug hat.

7. Abschmecken. Jetzt salzen, nicht früher – die Limetten bringen selbst Salzigkeit mit. Zu fad? Ein Spritzer Zitronensaft. Zu sauer? Eine Messerspitze Zucker.

Die vier häufigsten Fehler

  • Sellerie roh mitgekocht. Dann zerfällt er zu Fasern und die Sauce wird wässrig. Immer separat anbraten und erst in den letzten 40 Minuten dazugeben.
  • Minze verbrannt. Minze verbrennt in Sekunden und wird dann bitter. Mittlere Hitze, 2 bis 3 Minuten, und vom Herd nehmen, solange es noch grün ist.
  • Limoo Amani zu lange mitgekocht. Nach etwa einer Stunde geben die Kerne Bitterstoffe ab. 30 bis 40 Minuten reichen. Mehr zum Umgang damit im Beitrag über Limoo Amani.
  • Zu viel Wasser. Khoresh ist kein Suppe. Die Sauce soll den Löffel überziehen. Wenn sie am Ende zu dünn ist: Deckel ab und 10 Minuten stärker einkochen.

Varianten

Mit Hähnchen – 600 g Oberschenkel statt Lamm, Schmorzeit auf 35 Minuten verkürzen. Leichter und schneller.

Vegetarisch – Fleisch weglassen, dafür 200 g braune Champignons mit anbraten und 1 Dose Kichererbsen zugeben. Die Säure und die Kräuter tragen das Gericht auch ohne Fleisch.

Mit Ghooreh statt Limetten – unreife Weintrauben statt Limoo Amani. Deutlich frischere, spitzere Säure. In Teheran verbreitet, besonders im Frühsommer.

Shirazi-Art – deutlich mehr Minze, fast gleich viel wie Petersilie. Wer Minze mag, sollte es einmal so probieren.

Was dazu passt

Khoresh Karafs kommt immer mit persischem Reis auf den Tisch, am besten mit Tahdig. Die Säure des Eintopfs und die knusprige Reiskruste gehören zusammen.

Dazu Torshi, frische Kräuter als Sabzi Khordan, und wenn es reichhaltiger sein soll, ein Mast-o-Khiar. Danach persischer Tee.

Häufige Fragen

Welcher Sellerie ist richtig für Khoresh Karafs?

Staudensellerie, nicht Knollensellerie. Die Stangen mit den Blättern – die Blätter kannst du grob gehackt mitverwenden, sie bringen zusätzliches Aroma. Knollensellerie schmeckt zu süßlich und hat die falsche Textur.

Warum zerfällt mein Sellerie immer?

Weil er roh in den Eintopf kam. Brate ihn separat 8 bis 10 Minuten an, bis die Kanten Farbe haben, und gib ihn erst in den letzten 40 Minuten dazu.

Kann ich getrocknete Kräuter nehmen?

Ja. Nimm etwa ein Drittel der Frischmenge und gib sie 10 Minuten früher dazu. Getrocknete Minze verbrennt noch schneller als frische – kurz in Öl schwenken reicht.

Wie viele Limoo Amani brauche ich?

Drei für 4 Portionen. Immer einstechen oder andrücken, sonst geben sie nichts ab. Und nach 40 Minuten besser herausnehmen, damit sie nicht bitter werden.

Warum ist mein Khoresh bitter geworden?

Zwei Ursachen: verbrannte Minze oder zu lange mitgekochte getrocknete Limetten. Beides lässt sich nicht mehr korrigieren – beim nächsten Mal Hitze runter und die Limetten früher herausnehmen.

Kann ich Khoresh Karafs vorbereiten?

Ja, und er wird am zweiten Tag besser. Am besten ohne den Sellerie schmoren, kühl stellen, und am Serviertag Sellerie und Kräuter frisch dazugeben.

Fleisch, Limetten, Kräuter und Gewürze für dieses Gericht findest du gebündelt im Khoresh Karafs Bündel.